Helmut Schareika, Neue Medien – neues Lernen – (schöne) neue Welt? AU XLV, 3/4, 2002, 4-14

 

Die dem Beitrag beigelegte Abbildung von „Pandora – erotisch, doch mit Vorsicht zu betrachten“ (Abb. l, Seite 4) versinnbildlicht den Grundtenor des nicht nur für Altphilologen lesenswerten Basisartikels: Die neuen Medien – faszinierend, doch mit (pädagogischer) Vorsicht anzuwenden. Eine sinnvolle Nutzung der neuen Medien setzt voraus, zuerst „deren pädagogische Möglichkeiten auszuloten und sie dabei konsequent in Beziehung zu den Zielen der einzelnen Fächer zu setzen“ (6). Dabei wird nicht verhehlt, dass die neuen Medien für die Schule im Allgemeinen und für den Altsprachlichen Unterricht im Besonderen eine Herausforderung von neuer Qualität sind, der man sich nicht verschließen darf. Verantwortungsbewusste Pädagogik wird jedoch deren Möglichkeiten genau prüfen und deren Einsatz „aus den didaktischen Vorgaben des Faches heraus“ (6) begründen. Kritisch wird das Internet, das vielfach zu einer „Autoritätsmetapher“ (9) geworden ist, auf seine pädagogisch-didaktische Eignung hin untersucht. Hinsichtlich Lernsoftware warnt Verf. davor, alles „was im elektronischen Kittel daherkommt per se für brauchbar oder fortschrittlich“ (7) zu halten. Gerade in diesem Bereich sind nicht zuletzt aufgrund ökonomischer Zwänge methodisch primitive Lösungen und unbedachte Übungen nicht selten, wie an Beispielen auch gezeigt wird. W. H. [Wilfried Hämmerle]

Aus: Anzeiger für die Altertumswissenschaft. Didaktische Informationen Nr. 45 – 2003, Innsbruck 2003